Geneviève Strosser, Bratsche; XASAX: Serge Bertocchi, Jean-Michel Goury, Pierre-Stéphane Meugé und Marcus Weiss, Saxophone. Gare du Nord Basel, 04.03.2011.
Der Komponist über sein Werk:
Marcus Weiss ist an mich herangetreten mit der Bitte um eine kontrastierende Komposition zum Quintett „Crosswind" (siehe http://youtu.be/WOX7aARZOmw)
für Viola und Saxophonquartett von Georges Aserghis.
Die Verschiedenheit des Streicherklangs zum Bläserklang lässt erkennen, dass es sich nicht nur um unterschiedliche Klangerzeugung handelt, sondern um unterschiedliche Klangorganismen betreffend Erzeugung, Verbindungen und Wirkung. Das heisst, es geht darum, zwei in sich geschlossene Klangsysteme in einen Dialog zu bringen.
Das Aushören der Viola-Stimme bewegt sich linear entlang einer Klangraum-Peripherie, die kein Tonzentrum mehr kennt, d.h. in zahllosen Sprüngen, Glissandi, Brechungen.
Anderseits ist der Klangraum duch das Saxophonquartett mit flächenorganisierenden Elementen gebildet. Es führt -- als grundsätzlicher Gegenpart zur Viola -- im differenzierten Wechselspiel von Konsonanz und Dissonanz eine scheinbar tradierte Wirklichkeit vor, gleichsam „schwebend" über einem unbestimmbaren Tiefenraum aus Klang und Geräusch.
Gestalt und Verarbeitung des „thematischen" Materials in seinen Obertonbezügen wirken als formale Beschränkung, können aber optimistisch als „Erweiterungen" artikuliert werden, im Bereich des Ausdrucks, als ein Betreten von Neuland..
(Alfred Knüsel)