Vitus Huonder, "Die Ehe – Geschenk, Sakrament und Auftrag" Vortrag gehalten am 31. Juli 2015 auf dem Kongress des Forums Deutscher Katholiken in Fulda. Transkript: "Der sechste Text. Levitikus 18,22 und 20,13 nehmen wir zusammen. Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel. (18,22) 20,13: Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen. Die beiden Texte legen mit vielen anderen Stellen der Heiligen Schrift, insbesondere im Buch Levitikus, die göttliche Ordnung vor, welche für den Umgang mit der Sexualität gilt. In unserem Fall geht es um die gleichgeschlechtliche Praxis. Die beiden Stellen allein würden genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben. [APPLAUS] Die Aussage hat daher auch Bedeutung für die Definition der Ehe und der Familie. Da gibt es keine Vielfalt der Ehe- und Familienmodelle (auch wenn jetzt ein Buch herausgekommen ist in meinem Bistum, 'Familienvielfalt [in der katholischen Kirche]'). Davon nur schon zu sprechen, ist ein Angriff auf den Schöpfer, aber auch auf den Erlöser und den Heiligmacher – auf den dreifaltigen Gott. Die Seelsorge muss sich in der Frage nach der göttlichen Ordnung richten. Ihr Auftrag ist, im Bewusstsein des Seelenheils, also in pastoraler Liebe (Bewusstsein des Seelenheils, das ist pastorale Liebe) – im Unterschied zu einem reinen Humanismus – die Menschen in jeder Hinsicht aus dem Zustand der gefallenen Natur zu befreien zum Leben als Kinder des Lichtes (Ephesus … Epheserbrief 5,8). Der Glaube ist auch für den Menschen mit homophiler Neigung eine Hilfe und kann zu einer Umleitung der diesbezüglichen Orientierungen führen, zu einer Beherrschung der Sexualität und zu ihrer Einordnung ins eigene Leben entsprechend der göttlichen Weisung."