Friday, 21 August, 2026г.
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Frankreich ehrt die Toten von Paris - mit Krieg, wie denn sonst?! (Usama Taraben, GegenStandpunkt)

Frankreich ehrt die Toten von Paris - mit Krieg, wie denn sonst?! (Usama Taraben, GegenStandpunkt)У вашего броузера проблема в совместимости с HTML5
Audiomitschnitt: http://kk-gruppe.net/130-tote-in-pari... Islamisten ermorden 130 Menschen in Paris – die französische Staatsgewalt erklärt sich zum Opfer und schlägt zurück: Der französische Imperialismus läutet eine neue Runde ‚Krieg gegen den Terror‘ ein Bei islamistischen Anschlägen in Paris werden 130 Menschen umgebracht – und alle wissen: Das erschüttert die Welt, die nun – „nach den Anschlägen“ – „nie mehr so sein wird wie vorher“. Warum eigentlich? Was unterscheidet die Pariser Gewaltopfer von den Opfern gleichartiger blutiger Großaktionen woanders? Warum sind die kurz vorher getöteten Schiiten in Beirut, die russischen Flugpassagiere über dem Sinai, die Christen in Nigeria … zwar überaus bedauerlich, aber so gar nicht in der Lage, „alles zu ändern“? Worin liegt der Unterschied zu den Todesopfern, die von Afghanistan bis Syrien täglich im dreistelligen Bereich anfallen, sich aber allenfalls zu einer desolaten, aber irgendwie schon gewohnten „Bürgerkriegslage“ aufaddieren, aus der mal diese, mal jene, auf keinen Fall aber irgendwelche voreiligen Schlüsse zu ziehen sind? Der Unterschied liegt darin, dass in Paris „unsere zivile westliche Lebensart“ angegriffen wurde. „Wir“ sitzen nämlich gern im Café, gehen ins Fußballstadion und ins Rockkonzert – ein Angriff darauf duldet kein Pardon, sondern ruft nach überlegener Vergeltung. Das erklären jedenfalls die westlichen Staatsführer, die es wissen müssen, weil sie diese unsere Lebensart regieren. Nur: Ist das nicht ein bisschen viel Ehre für ein bisschen wenig Vergnügen, von dem im übrigen jeder weiß, was es tatsächlich ist – das Absacken nach dem wirklichen Alltag, dem sprichwörtlichen ‚täglichen Lebenskampf‘ um Arbeit, Geld und Daseinsvorsorge? Aber so meinen es die Politiker, die nun „Paris!“ rufen, auch gar nicht. Wenn sie auf die Pariser Nachtschwärmer deuten, dann verwandeln sie die in etwas anderes: in Vertreter unseres westlichen Lebensprinzips, das „Freiheit und Würde“ lautet. An dieser weihevollen Abstraktion von allen wirklichen Lebensumständen zählt nun, wo das Prinzip angegriffen wurde, nur noch eines, dass es das höchste Schutzgut der staatlichen Gewalt ist; jedenfalls bei uns. Damit steht fest, als was die Opfer das Bedauern, alle anderen Franzosen den Schutz tatsächlich verdienen: nicht als die Menschen, die sie waren bzw. sind, sondern als leibhaftige Repräsentanten der vorbildlich westlichen französischen Staatsmacht, die sie als ihre Schutzbefohlenen deklariert, also die Attentate als Angriff auf sich definiert. Womit sie es sich als Macht schuldig ist, diesen Angriff „angemessen“ zu beantworten und zugleich vorgibt, was überhaupt nur „angemessen“ sein kann: die Demonstration nämlich, welches Monstrum an Gewalt sich die Attentäter zum Feind gemacht haben. Weiterlesen: http://kk-gruppe.net/130-tote-in-pari... ~ Audio-Mitschnitte von GegenStandpunkt-Vorträgen: http://www.argudiss.de/dokumentationen Termine kommender Veranstaltungen in vielen deutschen Städten: https://www.facebook.com/GegenStandpu... http://www.gegenstandpunkt.de/jourfix... http://www.gegenstandpunkt.com http://www.kk-gruppe.net
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