Eine abgeschlossene Gesellschaft. Marie ist mit Erich zusammen. Paul prügelt seine Freundin Helga, die träumt davon, Sängerin zu werden und hat deshalb Sex mit Erich für Geld. Peter lässt sich von der zur Wundertütenherstellerin aufgestiegenen Elisabeth aushalten und herumkommandieren. Das muss wohl alles so sein, denn so ist es wie’s ist. Hier herrscht eine Ordnung. Bis Elisabeth einen Gastarbeiter bei sich einstellt, der das bestehende Gefüge aus unerfüllten Sehnsüchten, Langeweile und gegenseitiger Gemeinheit in Unruhe versetzt. Der Katzelmacher weckt Fantasien bei den Frauen und Neid bei den Männern. Dann kommt er auch noch mit der Marie zusammen. Gerüchte machen sich breit. So kann es nicht weitergehen. Eine Ordnung muss wieder her.
„Katzelmacher“ war 1968 Fassbinders erstes im Action-Theater aufgeführtes Bühnenstück (und seine Version eines zeitgenössischen Volksstücks) und kurz darauf als Film sein künstlerischer Durchbruch. Hilflos in der Gegenwart, ohne Vorbilder und abgeschnitten von funktionierenden Traditionen – Fassbinders Gruppenbildnis ist kein realistisches Porträt eines Vorstadt-Kleinbürgertums sondern das Soziogramm einer emotionalen Verwahrlosung, die den Faschismus in sich trägt und gebiert.
Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Marlene Lockemann
Kostüme: Sita
Musik: Tom Wörndl
Mit: Paul Behren, Pascal Fligg, Carolin Hartmann, Jonathan Müller, Tamara Theisen, Mara Widmann, Timocin Ziegler
Premiere am 11. März 2016