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Missbrauchte Seelen

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22.10.14 Grausame Geschäfte mit Kinderpornografie. Weltweit werden Kinder als Lustobjekte missbraucht und zum Sex gezwungen, oft vor der Kamera. Gewalt, Manipulation oder extreme Armut bringen Minderjährige dazu, sich auszuziehen und zu tun, was ihre Peiniger verlangen. Die Täter verbreiten Fotos und Videos massenhaft im Internet. "Exakt - Die Story" berichtet über Pädophile und ihre Neigungen, folgt den verschlungenen Wegen der Händler von Kinderpornografie, trifft Täter, die Tag für Tag Bildmaterial herstellen, und deren Opfer. Die Vereinten Nationen beziffern den Umsatz mit kinderpornografischen Inhalten auf rund 20 Milliarden Dollar jährlich. Jeden Moment sind weltweit 750.000 Männer im Internet auf der Suche nach Kontakten zu Minderjährigen. Kaum, dass ein Pädophilenring aufgeflogen ist, entsteht irgendwo anders schon das nächste Netzwerk. Der kanadische Onlineanbieter Azov Films handelte weltweit u.a. mit Darstellungen von nackten Minderjährigen in mehr oder weniger aufreizenden Posen, kurz auch als "Posing" bezeichnet. Noch sind solche Fotos und Videos in Deutschland legal, doch einige bewegen sich im Graubereich zur Kinderpornografie. Der Deutsche Markus R. hat für Azov gearbeitet. In Rumänien besuchte er Schulen und stellte sich als Karatelehrer vor, der Kinder für seine Kurse sucht. Er filmte auch Kinder beim Herumtollen und bei Ringerspielen. In Wohnungen oder einem abgeschotteten Areal animierte er sie, nackt miteinander zu spielen. Das Videomaterial schickte er zu Azov Films nach Kanada, wo es geschnitten und verkauft wurde. Während die Kinder ahnungslos als Sexobjekte missbraucht wurden, feierte Markus R. seinen kommerziellen Erfolg. Rund 150.000 Dollar soll er über Azov verdient haben. 2010 flog Markus R. in Rumänien auf und wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Fall Markus R. löste weltweit Ermittlungen gegen Lieferanten, Betreiber und Kunden von Azov Films aus. 2013 startete die kanadische Polizei die globale Operation "Spade" gegen weltweit agierende Filmlieferanten für Kinderpornografie. Auch in Deutschland wurde ermittelt. Es waren die Kreditkartendaten, die Aufschluss über die Kunden gaben. Sie enttarnten auch den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy als Kunden von Azov Films. Ihm wurde vorgeworfen, kinderpornographisches Material über seinen Bundestags-Laptop heruntergeladen zu haben. Zwar sind nach deutschem Recht Vertrieb und Besitz reiner Posingbilder noch legal, doch hinter den Posingfilmen steckt meist Manipulation: Die Arglosigkeit der Kinder wird ausgenutzt. Der Anschein, dass sie alles freiwillig tun und dabei fröhlich sind, ist von den Machern dieser Filme beabsichtigt, denn viele pädophile Männer könnten nur so Befriedigung erlangen, erklärt der Berliner Sexualwissenschaftler Gerold Scherner. Er therapiert Menschen mit dieser Neigung. Auch die Philippinen sind ein Zentrum für das Geschäft mit der Kinderpornographie. In dem ostasiatischen Inselstaat laufen vor allem Kinder aus armen Familien Gefahr, zur Prostitution gezwungen bzw. für Kinderpornos missbraucht zu werden. 35 Prozent der Einwohner leben hier in Slums, es sind bettelarme, meist kinderreiche Familien, mit einem Durchschnittlohn von fünf Euro am Tag. Ab dem Schulalter sind die Kinder häufig auf sich selbst gestellt. Die Verlockung, wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen, treibt viele schnell in die Abhängigkeit von Kriminellen. Selbst in den entlegensten Armenvierteln ist das Internet das Tor zur Welt. Für gerade einmal zehn Peso – rund fünfzehn Cent – können Kinder eine halbe Stunde im Netz surfen. Was sie dort tun, mit wem sie chatten, Kontakt pflegen, interessiert so gut wie niemanden. Und genau hier beginnen die meisten Opfergeschichten. Je härter der Missbrauch, desto höher der Preis: Im Schnitt zahlt der Kunde bis zu acht Euro für den Onlinesex. Das Geld der Täter wird anonym in Form von Zahlungsanweisungen verschickt. Manchmal sind es sogar die eigenen Eltern, die ihre Kinder vor die Webcams zwingen. Und niemand weiß, welche Dimension der Missbrauch von Kindern im Cyberspace inzwischen angenommen hat. Quelle http://www.mdr.de/exakt/die-story/missbrauchte-seelen100.html
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