Ricardo Luna (*1970), der in Wien lebende argentinische Komponist, Dirigent und Chorleiter, hat dieses Werk mit längeren Unterbrechungen zwischen 1997 und 2009 komponiert.
Nach einer Vision von der Abtei am Mont Saint Michel, die er in einem Traum hatte, entschloss er sich eine Messe zu schreiben, die im Laufe ihrer Entstehung zu einer musikalischen Darstellung des Mont Saint Michel geworden ist. Dabei spielt die Figur des Erzengels Michael eine dominierende Rolle, da die Musik von seiner religiösen Bedeutung - der Bekämpfung des Bösen - geprägt ist und ihn damit zu neuem Leben erwecken möchte.
Diese Vertonung des Ordinariums - in lateinischer Sprache - hat die Intention die Liturgie großer Feierlichkeiten musikalisch zu gestalten um damit die Gemeinde zu ermutigen, ihren Glauben zu stärken und diesen in evangelisierender Art zu verbreiten.
Die in einer tonalen Sprache komponierte Grande Messe "Saint Michel" nimmt Rücksicht auf die Vielfalt von Stilen der französischen Komponisten verschiedener Epochen und Schulen und hat die Besonderheit in sich die unterschiedlichen Kompositionstechniken der Sakralmusik von der Gregorianik bis zur Gegenwart zu kombinieren. In einer poetischen Vision versucht der Komponist alle Klänge und Gesänge, die jemals in der Abtei am Mont Saint Michel erklungen sind,
in diesem Werk zu verschmelzen, als wäre die Messe die singende Stimme jenes Gotteshauses.
Im Bewusstsein, dass die katholische Kirche schwierige Zeiten erlebt, und in enger Beziehung zum "Mont Saint Michel", fand Ricardo Luna die Vertonung des Gebetes an den Heiligen Michael, das von Papst Leo XIII. im Jahr 1884 geschrieben wurde, mehr als geeignet es als Teil seiner Messkomposition zu inkludieren.
Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde die Vorschrift dieses Gebet am Ende jeder Messe zu beten aufgehoben, aber man kann diese Praxis trotzdem beibehalten als eine Art Andacht.
Die einfache Melodie wird vor der Messe als Einzugslied von einer Choralschola a cappella gesungen und nach der Messe noch einmal als Schlussgesang, diesmal mit der Schola und dem Chor, wobei auch die drei Trompeten (die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael symbolisierend), Glocken, Pauken und die Orgel mitspielen. Damit wird diese alte Tradition wieder belebt und durch die Vertonung des Gebetes deutlicher hervorgehoben.
ORATIO I, KYRIE, GLORIA, CREDO, SANCTUS, BENEDICTUS, AGNUS DEI, ORATIO II
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