1961, sechzehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, reist ein SFB-Team in die „Zone“, um sich ein Bild davon zu machen, was in Ostdeutschland passiert ist. In der Dresdener Folge von „Reise ohne Passierschein“ besuchen die Reporter die Stadt, die 1945 nach dem Luftangriff der Amerikaner fünf Tage und fünf Nächte lang brannte. Am Altmarkt von Dresden begutachten sie die neuen Häuser, deren stilisierte Barock-Fassaden an den Zuckerbäckerstil Moskaus erinnern. Das sozialistische Dresden ist den Reisenden fremd. Im Schloss Albrechtsburg befindet sich nun der Pionierpalast Walter Ulbricht, die Frauenkirche ist zerstört und die Semperoper nur notdürftig von außen repariert. Selbst die mühevolle Restauration des Dresdener Zwingers kommt ihnen wie ein Akt der Propaganda vor, wie eine parteipolitische Demonstration der neuen Herren. Dresden, so der Tenor der West-Reporter, verglühte in der Phosphorhölle von 1945, das neue Dresden der DDR ist ein Trugbild der sozialistischen Indoktrination.
Video-Angaben:
Zeitraum: 1961
Auflösung: SD
Seitenverhältnis: 4:3
Originalton: ja
Farbe: nein
Quelle: rbb - aus "Berliner Abendschau F: 00773 - Beitrag 6: Reise ohne Passierschein: Dresden", 29.03.1961
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