Es wird wieder geschossen in der Hauptstadt Bangui. Soldaten der Afrikanischen Union und der französischen Armee versuchen, die Gewalt einzudämmen, errichten Straßensperren und kontrollieren Passanten. Ein verzweifelter Versuch. Ihre Truppenstärke reicht einfach nicht aus.
Die Krankenhäuser der Stadt sind überfüllt. Ohne die Hilfe von "Ärzte ohne Grenzen" könnten die vielen Verletzten, die mit Schusswunden und Macheten-Schnitten eingliefert werden, gar nicht versorgt werden.
Es sind Bürgerkriegsverletzungen. Und immer häufiger geraten die Kleinsten und Schwächsten zwischen die Fronten. Zur Zeit nehmen vor allem Christen Rache an Muslimen. Die sogenannte Anti-Balaka, eine christliche Miliz, oft bestehend aus 12- bis 16-jährigen Jugendlichen, plündert und mordet. Wer überleben will, müsse weg, sagen die Muslime. Tausende sind bereits auf der Flucht. In die Nachbarstaaten oder den muslimischen Norden des Landes. Das Land droht sich zu spalten.
Auch deshalb appelliert Un-Generalsekretär Ban Ki Moon an die internationale Gemeinschaft, schnell zu handeln: "Die Truppen der afrikanischen Union und die französische Armee müssen so bald wie möglich verstärkt werden. Ich schlage die Entsendung von mindestens 3000 zusätzlichen Soldaten und Polizisten vor."
Appell auch in Richtung Europa.
Die EU-Truppen sollen erst im Mai die Gesamtstärke von 500 Mann erreichen. Vor allem auf dem Land, außerhalb der Hauptstadt, könnte das zu spät sein. Denn bis dahin könnten tausende Menschen Gewalttaten zum Opfer fallen.
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