Saturday, 15 August, 2026г.
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WELLNESS IST NICHT IMMER WELLNESS - WELLNESS KEIN GESCHÜTZTER BEGRIFF

WELLNESS IST NICHT IMMER WELLNESS - WELLNESS KEIN GESCHÜTZTER BEGRIFFУ вашего броузера проблема в совместимости с HTML5
http://www.wo-tv.eu/wellnessabeauty.html WELLNESS IST NICHT IMMER WELLNESS. Wellness ist kein geschützter Begriff. Auch wenn keiner weiß, was Wellness nun eigentlich genau ist - eines ist sicher: es hat sehr viel mit Wohlfühlen und Entspannung zu tun. Und es ist mehr als z.B. nur eine Massage. Das Ambiente spielt eine Rolle, Umgebung, Natur, Ruhe, klare Luft und die insgesamt harmonische Atmosphäre. Ein englischer Edelmann soll den Ausdruck "Wellness" erstmals verwendet haben, um Lebenslust und Gesundheit seiner kleinen Tochter zu beschreiben. Das war 1654... Wellness ist die faule Schwester der Fitness, hat mal ein gemeiner Mensch behauptet. Wahrscheinlich war das ein Trimm-Dich-Fanatiker, der sich nur wohl fühlt, wenn der Schweiß nach ausgedehntem Jogging perlt. Dabei muss man sich nicht unbedingt abhecheln, um Kreislauf und Stoffwechsel einzuheizen. Viel einfacher funktioniert das beispielsweise mit einem Besuch in der Sauna. Wellness Hotels sollen 6 Elemente erfüllen: Fitness, Wasser, Wärme, Schönheit, Ernährung und Entspannung. »Wellness ist das friedliche Aufrüsten des Körpers, um im Krieg der Eitelkeiten standzuhalten«, sagt der Psychologe Bernd Kielmann, der in Hamburg das Ausbildungszentrum der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie leitet. Wellness sei zum Taktgeber geworden in einer von der Orientierungslosigkeit des Einzelnen geprägten Gesellschaft. Man kann es auch als Ersatzreligion bezeichnen: Was in der Kirche die Kniebeugen sind, sind im Fitness-Studio die Rumpfbeugen. Die Tafelkerzen wurden durch Duftkerzen ersetzt, statt auf Marienbilder blickt der Mensch auf Monitore vor dem Laufband. Es gibt Propheten, Gebote und Glaubensbekenntnisse. In der Kirche weiß der Gläubige allerdings ziemlich genau, was ihn erwartet, egal, welche er betritt. In den Wellness-Oasen ist das anders: Wer dem Jünger die Hand auf die Schulter legt, kann ein Scharlatan sein. Und da der Wellness-Markt immens wächst, wächst auch die Zahl der Scharlatane. Man muss nicht sonderlich sensibel sein, um zu erkennen, dass der Wohlfühlmarkt deshalb so erfolgreich ist, weil der Mensch es nicht erträgt, dem Ende ins Auge zu sehen. Mit Marathonläufen, Massagen und Meditation versucht er es hinauszuzögern. Aber Wellness ist, wie Psychologen sagen würden, ein negativer Verstärker, weil der seelische Spannungszustand nicht beseitigt werden kann. Was macht der Mensch? Er erhöht die Dosis. Glaubt man den Trendenthusiasten, liegen bereits drei von fünf Nachbarn täglich in Schlammpackungen, wird eine ganze Nation bald im Bademantel rumlaufen. Dass das böse ins Auge gehen kann, zeigt der kurze Blick in die Geschichte: Eine wirkliche Badewelle gab es im 3. Jahrhundert nach Christus, als in Rom die berühmten Caracalla-Thermen mit einer Fläche von 140 000 Quadratmetern eröffnet wurden. Nachmittags ertönte ein lauter Gong, die Tore öffneten sich, Hunderte von Besuchern stürmten die Badeanlagen. Alte und Junge, Sportler, Flaneure und Prostituierte. Die Baderituale nahmen neurotische Züge an. Manche Müßiggänger badeten mehrmals täglich, selbst nach Besuch der Thermen stiegen sie vor dem Abendessen nochmals in die eigene Wanne. Caracalla ordnete schließlich an, die Thermen die ganze Nacht über zu öffnen. Kritiker bezeichneten den Badetrend als »Volksverdummung«, monierten die materialistische Lebenseinstellung und die »Verweichlichung der Sitten« wegen zunehmender Promiskuität. Der Patriarch von Konstantinopel, Johannes Chrysostomus, erließ im 4. Jahrhundert ein generelles Badeverbot Wellness führt auch heute zu einer Art Volksverdummung. Die Wohlfühlwelle erklärt das Auf-den-Körper-Hören zum obersten Prinzip, nicht nur für die Frau. Von Clopapier bis Benzin, es wird wirklich Alles als Wellness verkauft. Die Sauna hat es schon vor tausende Jahren gegeben und wird es noch in tausenden Jahren geben, ob der Wellness-Schmarrn tausende Jahre übersteht ist eher fraglich. Die Reiseindustrie laboriert an Qualitätskriterien für den Wellness-Urlaub. Die »Goldene Nasszelle« könnte man das nennen und jährlich den Bademantel-Oscar verleihen. An Gütesiegeln scheitert die Branche jedoch schon seit Jahren und wird es wohl weiterhin tun. »Ich bezweifle, dass die Industrie ein Interesse daran hat«, sagt Lutz Hertel. »Unangenehme Wahrheiten könnten ans Licht kommen.« Wellness hat sich im Markt verselbstständigt. Das Problem ließe sich charaktervoll lösen: Schafft den Begriff schnell wieder ab und fühlt Euch wohl und geht wieder in die Saunen! Meinung von Psychologe Bernd Kielmann, Lutz Hertel und von Georg Danter. Weitere Videos: http://www.wo-tv.eu/wellnessabeauty.html
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